El Niño-Vorhersage

[Veröffentlicht am 03.08.2019]

Extreme Trockenheit bis hin zur Dürre, extreme Regenfälle bis hin zu Überschwemmungen. Je nach Region deutlich überhöhte Temperaturen oder deutlich stärkere Kälte. Alle diese gegensätzlichen Ereignisse können Folgen eines El Niños sein. Aber auch einseitige Folgen ergeben sich: Ernteausfälle bis hin zu Hungersnöten, teilweise vermehrt auftretende Stürme wie Hurrikans und Taifune, gravierender Anstieg der weltweiten Durchschnittstemperatur. In mehr als 70 Prozent der Welt sind die Einflüsse dieses Klimaphänomens zu spüren.

Die oft Existenz bedrohenden Gefahren eines El Niños machen es um so wichtiger, frühzeitig Bescheid zu wissen, wann die Klimaanomalie wieder auftreten wird. In der Tier- und Pflanzenwelt lassen sich die Folgen, zu denen auch Massensterben verschiedener Tierarten zählen, nicht verhindern oder abmildern. Für den Menschen besteht zumindest die Möglichkeit, sich frühzeitig auf die Bedrohung einstellen zu können.

Vorhersagen sind bisher nur begrenzt möglich. Noch immer bestehen viele Unklarheiten, wie sich die Telekonnektionen zwischen der Südlichen Oszillation (SOI), der Nordatlantischen Oszillation (NAO) und der Arktischen Oszillation (AO) verhalten. Denn es ist vorstellbar, dass diese zyklischen Zusammenhänge nur eine Folgeerscheinung der äquatorialen Klimaanomalie im Pazifik sind.

Aus diesem Grunde haben wir ein Modell entwickelt, das keine statistischen Zusammenhänge betrachtet, sondern die Bedingungen analysiert, die zum Entstehen eines El Niños führen. Dabei ist es unser Ziel, eine möglichst lange Vorwarnzeit zu erreichen, die wir bereits mit 5 bis 8 Monaten angeben können.

Der El Niño von 2009 auf 2010 war bereits im Februar 2009 wahrnehmbar und im Juni des gleichen Jahres mit einer Wahrscheinlichkeit von 100 Prozent nicht mehr zu ignorieren. Mitte 2009 stieg der ENSO-Index deutlich an und erreichte im Januar 2010 seinen höchsten Wert bei rund 1,6.

Der El Niño von 2015 auf 2016 konnte durch unser Modell sogar schon etwas früher aufgespürt werden. Im September 2014 stieg die Wahrscheinlichkeit bereits auf 50 Prozent an, wonach das Klimaphänomen ein Jahr später auftreten würde. Im März 2015 stand schließlich zu 100 Prozent fest, dass es so kommen würde.

El Niño zum Jahreswechsel 2019/2020

Anfang diesen Jahres nahm die Wahrscheinlichkeit erneut zu. Dies kam etwas überraschend, da der letzte El Niño noch nicht lange zurück lag. Am 15. Juli erreichte die Wahrscheinlichkeit, dass zur kommenden Jahreswende ein El Niño auftreten würde, die Höchstmarke von 100 Prozent.

Ob wir unserem Modell vertrauen können, steht noch aus. Denn es besteht der Verdacht, dass der kleine El Niño, der zur letzten Jahreswende auftrat, das Modell in die Irre führt. Dennoch besteht die Gefahr, dass sich das Ereignis von 2014 wiederholen könnte. Damals erwuchs aus einem noch kleineren El Niño 12 Monate später der stärkste der letzten 70 Jahre.







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